Seit Mitte der neunziger
Jahre beobachten Wissenschaftler in den Entstehungsgebieten von
Sternen Scheiben aus Staub und Gas – die "Kinderstuben" extrasolarer
Planeten. Anfang dieses Jahres überschritt die Anzahl der Planeten,
die außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurden, die Marke von
100. Wie sich die Planeten unseres eigenen Sonnensystems bildeten,
vollziehen Heidelberger Wissenschaftler im Labor mit
Asteroiden-Bruchstücken nach. Mario Trieloff vom Mineralogischen
Institut schildert die spannenden Ergebnisse und erläutert, warum
die Wissenschaftler darauf hoffen können, in einigen Jahren den
ersten erdähnlichen extrasolaren Planeten nachzuweisen.
Schon Immanuel Kant wusste: Die Planeten kreisen im gleichen
Umlaufssinn in einer Ebene um die Sonne. Aus dieser Beobachtung
leitete er ab, dass alle Himmelskörper unseres Sonnensystems aus
einer rotierenden Staub- und Gaswolke – einer so genannten
protoplanetaren Scheibe – hervorgegangen sind. Modernste
Teleskoptechnik erlaubt es uns seit Mitte der neunziger Jahre, diese
"Planetenkinderstuben" direkt in den Entstehungsgebieten von Sternen
zu beobachten.
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Bestechende Aufnahmen protoplanetarer Scheiben im Orionnebel
stammen beispielsweise vom "Hubble Space Telescope" (siehe Abbildung
auf S. 20 und 21). Auf solchen Bildern ist zu erkennen, dass die
jungen Sterne von Gas und feinem Staub umgeben sind. Innerhalb
weniger Millionen Jahre verschwindet dieser Staub. Was ist mit ihm
geschehen? Wurde er vom Zentralstern verschluckt? Oder gehen aus dem
Staub die mehrere hundert Kilometer großen "Planetesimale" hervor,
aus denen Planeten entstehen können? Diese Fragen sind von
entscheidender Bedeutung. Denn die Antworten darauf lassen
möglicherweise rückschließen, ob Planeten – insbesondere erdähnliche
Planeten – eher die Ausnahme oder die Regel sind.
Anfang des Jahres überschritt die Anzahl der neuentdeckten
extrasolaren Planeten die Marke von 100. Trotz dieser stattlichen
Zahl kann derzeit noch nicht viel darüber gesagt werden, ob
erdähnliche Planeten auch außerhalb unseres Sonnensystems
existieren. Die heutige Beobachtungstechnik bedingt, dass
vorzugsweise "Heiße Jupiter" gefunden werden. Das sind schwere
Gasgiganten, die sehr nahe um einen Zentralstern kreisen.
Erdähnliche Planeten wurden bislang nur in unserem eigenen
Sonnensystem nachgewiesen. Wann und wie schnell sie sich gebildet
haben, können nur steinerne Zeitzeugen beantworten. Und auch hier
gilt, was für alle spannenden Kriminalfälle zutrifft: Je weiter die
Tat zurückliegt, desto weniger Zeugen lassen sich finden und desto
schlechter lässt sich der Hergang rekonstruieren.
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Verdächtige ein
bewegtes Leben hatte – ein Umstand, der auf unsere Erde in
besonderem Maße zutrifft. Sie ist in ihrer geologischen Aktivität
geradezu rastlos verglichen mit anderen terrestrischen Planeten.
Hinzu kommt, dass die ältesten Gesteine und Minerale – die man
extrem selten findet – allesamt einige hundert Millionen Jahre
jünger sind als die Erde. Selbst wenn man Gesteine aus der
Entstehungszeit der Erde hätte, wären sie vermutlich nicht dienlich,
um etwas über die Zeitdauer und Art ihres Entstehungsprozesses
aussagen zu können: Die Endstadien der Erdentstehung sind derart
energiereich, dass alle Spuren der Planetenbildungsvorstufen
ausgelöscht wurden. Ähnliches trifft auch auf die anderen
terrestrischen Planeten zu.
Protoplanetare Scheiben im Orion-Nebel: Der Protostern
im Zentrum der optischen Abbildung beleuchtet Teile der fast
kreisrunden Scheiben.
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Also aufgeben? Keineswegs. Die Lösung des Dilemmas ist weniger
schwer als es den Anschein hat. Im Gegenteil: Die Steine, die wir
für unsere Untersuchungen brauchen, gibt es, und sie werden uns
gleichsam frei Haus geliefert. Die Rede ist von Meteoriten,
metergroßen Gesteinsbrocken, die mit beachtlichem Lärm und
geheimnisvollem Leuchten auf die Erde fallen. Das passiert
vergleichsweise selten. Deshalb wurde das Phänomen trotz vieler
bezeugter historischer Fälle – "Steine kosmischen Ursprungs fallen
vom Himmel" – erst in der Neuzeit wissenschaftlich anerkannt.
Hunderte von Menschen haben beispielsweise den Fall des
Meteoriten von Ensisheim im Jahr 1492 bezeugt. Es ist der älteste
Meteoritenfall in Europa; von dem noch heute Gestein erhalten ist.
Auch Albrecht Dürer, der sich damals in Basel aufhielt, beobachtete
das Aufsehen erregende Ereignis und fertigte eine Skizze an, die
erst viel später auf der Rückseite eines Gemäldes entdeckt wurde.
Jahre danach verarbeitete er das Motiv nochmals in der Darstellung
der "Melancolia".
Seit den 1960er Jahren suchen Kamera-Netzwerke den Nachthimmel
systematisch nach den Leuchtspuren fallender Meteorite ab. Obwohl
eine Unzahl von Leuchtspuren aufgenommen wurde, konnten jedoch von
nur vier fotografierten Meteoriten Gesteinsreste auf der Erde
gefunden werden. Die Rekonstruktion ihrer Umlaufbahnen ergab, dass
die Meteoriten alle aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und
Jupiter stammen.
Mehr als 20 000 Meteoritenbruchstücke – die meisten davon wurden
beim Fall nicht beobachtet – hat man bislang weltweit gesammelt und
verschiedenen Klassen zugeordnet. Die Klassen sind jedoch teilweise
so voneinander verschieden – etwa in der chemischen Zusammensetzung
–, dass man mindestens 50 unterschiedliche Meteoriten-Mutterkörper
braucht, um ihre Vielfalt zu erklären. Andere Eigenschaften, etwa
das Fehlen von Mineralen, die durch hohen, dauerhaften statischen
Druck entstehen, weisen darauf hin, dass die Mutterkörper kleine
Körper waren, die schnell auskühlten und in ihrem Inneren keinem
hohen Gravitationseigendruck ausgesetzt waren.
Protoplanetare Scheiben im Orion-Nebel
von der Seite betrachtet.
Das heißt: Es gab zwischen Mars und Jupiter niemals einen
einzigen großen Planeten, der auseinanderbrach und die Asteroiden
hervorbrachte. Der Prozess der Planetenbildung ist vielmehr auf der
Stufe der kleinen Planetesimale zum Stillstand gekommen. Die
Meteoriten sind die Bruchstücke von Kleinkörpern mit individueller
Geschichte.
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Die Meteoriten mancher Asteroiden wurden nie wärmer als einige
hundert Grad Celsius. Sie enthalten deshalb noch mehrere Prozent
Wasser und Kohlenstoff in einer Grundmasse aus feinkörnigen
Mineralen. Außerdem enthalten sie einige Millimeter bis einige
Zentimeter große Hochtemperaturprodukte, die im solaren Urnebel
entstanden sind. Nach den so genannten Chondren – kleinen, ehemals
geschmolzenen Gesteinskügelchen – heißen diese Meteoriten
"Chondrite" (siehe Abbildung auf S. 22). Es gibt auch Einschlüsse,
die reich an Aluminium und Kalzium sind. Diese Aggregate sind bei
viel höheren Temperaturen entstanden. Sie haben zudem eine
mineralogische Zusammensetzung, wie man sie für erste Kondensate aus
einem heißen solaren Urnebel erwarten würde. Man hat sie auf ein
Alter von 4566 Millionen Jahren datiert. Heute wird dieser Zeitpunkt
gemeinhin als der Beginn der Bildung fester Körper und größerer
Planeten in unserem Sonnensystem angesehen und somit auch als
"Alter" des Sonnensystems.
Die Abkühlkurven unterschiedlicher Typen von H-Chondriten.
Chondrite nennen die Wissenschaftler Bruchstücke von
Kleinkörpern (Meteorite), in die kleine, ehemals geschmolzene
Gesteinskügelchen, so genannte Chondren, eingeschlossen sind.
Der Buchstabe H steht für "High Iron" und bezeichnet den hohen
Eisengehalt dieser Meteoritenklasse.
Chondrite stammen von "undifferenzierten Körpern". Sie stellen
die Mehrzahl der Kleinplaneten im Asteroidengürtel und waren niemals
vollständig aufgeschmolzen. Dies ist ein weiteres Kernargument
dafür, dass die Asteroide nicht Bruchstücke eines einzigen Planeten
sind. Denn dieser hätte einen Metallkern und einen Mantel aus
Silikatgestein gebildet, ähnlich den differenzierten terrestrischen
Planeten. Es gibt dennoch einige wenige Asteroide, die komplett
aufgeschmolzen sind und einen Metallkern gebildet haben. Von solchen
Asteroiden haben wir Bruchstücke, die aus einer fast puren
Eisen-Nickel-Legierung bestehen.

Das Zwiebelschalen-Modell eines Chondriten-Mutterkörpers. Wird ein
Asteroid intern erhitzt, bildet sich eine schalenförmige
Struktur. Die stärksten Aufheizungsgrade und die langsamste
Abkühlung ergibt sich im Zentrum, die Randregionen bleiben
kühler und kühlen auch schneller aus.
Obwohl die meisten der chondritischen Gesteine nie völlig
aufschmolzen, wurden einige Asteroide – die Mutterkörper der häufig
vorkommenden "gewöhnlichen" Chondrite – fast bis an den Schmelzpunkt
des Gesteins erhitzt. Welche Wärmequelle die jungen Kleinplaneten im
frühen Sonnensystem so stark erhitzen konnte, war lange Zeit nicht
klar. Bei großen Planeten entsteht diese Hitze durch die
Zerfallswärme langlebiger natürlicher Isotope wie Uran-238,
Uran-235, Thorium-232 und Kalium-40. Bei kleinen Körpern ist dieser
Mechanismus nicht effektiv, da sie die Wärme schlecht speichern und
schnell an der Oberfläche abgeben. Auch die energiereichen
Einschläge großer Meteorite im Spätstadium der Planetenentstehung
spielen bei kleinen Asteroiden keine Rolle.
Als Wärmequellen für kleine Asteroiden verdächtigte man
stattdessen die Zerfallsenergie kurzlebiger radioaktiver Nuklide.
Bereits in den 1970er Jahren konnte man die Aktivität von
Aluminium-26 durch Überschüsse seines Zerfallsproduktes Magnesium-26
in Einschlüssen, die reich an Kalzium und Aluminium sind,
nachweisen. Die Alternative zu dieser "internen Heizung" war die
externe Aufheizung durch einen postulierten Ionenwind der frühen
Sonne.
Meteoriten: Typische Eisen-Nickel Meteoriten, die aus dem Kern höher differenzierter Asteroiden stammen müssen.
Ob der Mutterkörper tatsächlich durch Aluminium-26 – also von
innen – aufgeheizt wurde oder durch den von außen einwirkenden
Ionenwind, kann man feststellen, indem man die Temperaturverläufe in
verschiedenen Tiefen prüft. Wenn eine interne Aufheizung erfolgte,
sollten die höchsten Temperaturen im Zentrum geherrscht haben, das
dann auch am längsten braucht, um sich abzukühlen. Oberflächennahe
Regionen hingegen sollten sich schwächer erwärmen und schneller
wieder abkühlen.
Meteorit. Typischer Steinmeteorit mit den deutlich erkennbaren hellen Kügelchen, den Chondren.
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Unsere Gruppe am Heidelberger Mineralogischen Institut hat
kürzlich zusammen mit Wissenschaftlern des Naturhistorischen Museums
in Paris, des Max-Planck-Instituts für Kernphysik und des Instituts
für Planetologie der Universität Münster in der Fachzeitschrift
"Nature" eine Arbeit veröffentlicht, die eine Entscheidung für eine
der beiden Alternativen herbeiführt.
Die Arbeit beschäftigte sich mit einer Klasse der gewöhnlichen
Chondrite. Man nennt sie "H-Chondrite". Der Buchstabe H steht für
"High Iron", also den hohen Eisengehalt dieser Meteoritenklasse, die
von einem einzigen Mutterasteroiden stammt. Der Grad der Aufheizung
variiert innerhalb der Klasse und kann durch den so genannten
petrologischen Typ subklassifiziert werden: H-Chondrite vom
petrologischen Typ 4 wurden auf maximal 700 Grad Celsius erwärmt.
Dabei konnten sich die Chondren relativ gut erhalten. H-Chondrite
vom petrologischen Typ 6 wurden hingegen auf maximal 950 Grad
Celsius erhitzt. Die ursprünglichen Minerale bildeten sich dadurch
zunehmend um: Sekundäre Kristalle, beispielsweise Feldspat und
Phosphate, wurden hier einige Hundertstel Millimeter groß, bei
H4-Chondriten hingegen nur einige Tausendstel Millimeter. Die
Chondren sowie die feinkörnige Matrix wurden weitgehend ausgelöscht.
Danach kühlten die Chondrite in ihrem Mutterkörper wieder ab.
Mit verschiedenen hochpräzisen und aufwändigen radiometrischen
Datierungsmethoden ermittelten wir die Abkühlkurven acht solcher
H-Chondrite vom petrologischen Typ 4, 5, und 6. Radiometrische
Methoden beruhen auf der Ansammlung eines Tochterisotops durch den
Zerfall eines natürlichen radioaktiven Mutterisotops: Je häufiger
das Tochterisotop relativ zur Mutter ist, desto älter ist das
Gestein oder Mineral. Wir verwendeten die so genannte
Kalium-Argon-Methode, die auf der Anhäufung von Argon-40 durch den
Zerfall von Kalium-40 beruht.
Der Asteroid Eros, aufgenommen von der
Raumsonde NEAR (Bildquelle: NASA/JPL)
Das Verfahren wurde in den fünfziger Jahren von Wolfgang Gentner
und Joseph Zähringer am Max-Planck- Institut für Kernphysik
mitentwickelt. Unsere französischen Kollegen nutzten die von Paul
Pellas in Paris zur Reife gebrachte Plutonium-244-Spaltspur-Methode.
Dabei werden Kristallschäden "gezählt", die beim Zerfall des
radioaktiven Plutoniums-244 entstehen. Solche Strahlenschäden im
Kristallgitter können mit Säure angeätzt, dadurch vergrößert und als
Spaltspuren optisch sichtbar gemacht werden.
Schließlich muss man noch wissen, dass die mit unseren Methoden
bestimmten "Alter" Abkühlalter sind. Sie geben nicht an, wann das
Gestein aus einer Schmelze entstanden ist, sondern wann es auf eine
bestimmte Temperatur abgekühlt war. Unterhalb dieser Temperatur
werden die Zerfallsprodukte "festgehalten", weil ihre thermische
Eigenbewegung geringer wird. Argon-40 kann zum Beispiel unterhalb
von 280 Grad Celsius nicht mehr aus dem Mineral Feldspat entweichen.
Und in Phosphatmineralen können Strahlenschäden unterhalb von 120
Grad Celsius nicht mehr durch die natürliche Schwingung der
Gitteratome selbstständig "ausheilen". Insgesamt haben wir acht
Meteorite untersucht, deren Uran-Blei-Alter bereits präzise bekannt
war und die zudem zu den äußerst seltenen Exemplaren gehören, die
nach ihrer Abkühlung von Einschlägen verschont blieben.
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Das Ergebnis unserer Studie zeigt eindeutig, dass H6-Chondrite,
welche die höchste Maximaltemperatur in ihrer Frühgeschichte
erreichten, am langsamsten – über einen Zeitraum von etwa 100
Millionen Jahren – abkühlten. Sie stammen offensichtlich vom
"wärmeisolierten" Kern des Mutterkörpers. Die schnell, das heißt
innerhalb weniger Millionen Jahre, abgekühlten H4-Chondrite stammen
dagegen offensichtlich aus oberflächennahen Regionen, von wo die
Wärme schnell verloren ging. Dieser Befund stimmt perfekt mit einem
rechnerischen Modell überein, das die Aufheizung des Mutterkörpers
durch die Zerfallswärme des kurzlebigen Radioisotops Aluminium-26
beschreibt.
Nachdem man Aluminium-26 mehr als zwei Jahrzehnte lang "in
Verdacht" hatte, beweisen unsere Ergebnisse erstmals zweifelsfrei,
dass sich ein Asteroid tatsächlich genau so aufheizte und abkühlte,
wie man es bei der internen Erwärmung durch die Zerfallswärme von
Aluminium-26 erwartet. Wäre der Körper von außen erhitzt worden,
hätten – im Gegensatz zu unserem Befund – die hohen petrologischen
Typen schneller abkühlen müssen. Denn bei einem solchen Modell
stammen diese ja von der Oberfläche des Asteroiden, die stärker als
das Zentrum erwärmt wurde.
Der Nachweis von Aluminium-26 als Wärmequelle für Asteroide im
frühen Sonnensystem hat bedeutende Implikationen: Eine kurzlebige
Wärmequelle erfordert die schnelle Akkretion eines 100 Kilometer
großen Körpers innerhalb von zwei bis drei Millionen Jahren nach der
Bildung der ersten Kalzium-aluminiumreichen Einschlüsse. Weil
Aluminium-26 sehr schnell mit einer Halbwertszeit von nur 0,7
Millionen Jahren zerfällt, wäre seine Konzentration nur wenig später
nicht mehr ausreichend, um die H-Chondrite in ihrem Mutterkörper zu
erhitzen.
Aus radiometrischen Altersbestimmungen wusste man schon vorher,
dass auch die Bildung und Differenzierung der Metall- und
Silikatmeteorite von differenzierten Asteroiden innerhalb weniger
Millionen Jahre stattfand. Allerdings sind diese differenzierten
Körper "Minderheiten" im Asteroidengürtel – die Hauptbeiträge zur
Planetenbildung waren wahrscheinlich undifferenzierte Körper, die
nach unseren neuen Ergebnissen schnell akkretierten.
Zusammenfassend kann man sagen, dass in unserem Sonnensystem die
Planetesimale – die Bausteine der terrestrischen Planeten – sehr
schnell gebildet wurden. Schnell genug, so scheint es, dass wir auch
in protoplanetaren Scheiben um andere Sterne erdähnliche Planeten
erwarten können, sofern sie nach ähnlichen Gesetzen entstehen wie in
unserem eigenen Sonnensystem. Da die astronomischen
Beobachtungsmethoden immer feiner werden, darf man wohl in einigen
Jahren den Nachweis des ersten extrasolaren erdähnlichen Planeten
erwarten.